Karoos‘ persönlicher Rückblick auf den ersten Spieltag

Karoos' persönlicher Rückblick auf den ersten Spieltag

20-09-16 LE Volleys Julius Karoos

Saisonstart nach Maß

Die Bundesligasaison 2020/21 startet für uns mit einem klaren Ziel: Obere Tabellenhälfte, weg vom Abstiegskampf der letzten Jahre. Soll das Gespenst woanders spuken. Allerdings - die Auftakthürde ist gewaltig, fast 600 km fahren wir zum Auswärtsspiel in Karlsruhe. Ein halbes Jahr zuvor ging hier das letzte Volleys-Spiel der vergangenen Saison sang- und klanglos verloren, die BadenVolleys waren zwei Nummern zu groß.

Alles klar also? Nicht so richtig. Dass die Saison speziell wird, ist allen Beteiligten schon länger bewusst. Mehr Teams, weniger Zuschauer, neue Regelungen. Wer damit am besten umgehen kann, behält am Ende die Oberhand. Und auch am Rhein haben sie gehört, dass sich bei uns was geändert hat. Mit dem Abstieg bringt uns in Karlsruhe dieses Jahr keiner in Verbindung, wie der Website und dem hauseigenen „BadenVolleysPodcast“ zu entnehmen ist.

Als wir aus dem Bus aussteigen, wartet schon der Hygienebeauftragte auf uns. Fiebermessen, wer über 38°C hat, kann gleich wieder umdrehen. Hat zum Glück keiner. Mit Mundschutz geht es in die Kabine und aufs Feld, auch für die 70 Zuschauer besteht Maskenpflicht.

Um 19:00 Uhr pfeift Schiedsrichterin Selina Hafner dann endlich: Game on! Und schon nach den ersten Punkten wird klar: Wir müssen uns hier nicht verstecken. Das erste Break gehört uns, Karlsruhe antwortet direkt. 5:7. Kurz darauf steht Rene am Aufschlag. Und die Schlagschulter ist warm: Sieben „un-answered points“ folgen, plötzlich steht es 14:9. Karlsruhe hat’s kalt erwischt. Bis zum Satzende können sie zwar nachlegen, Durchgang eins geht dennoch 25:23 an uns. Geiler Start!

Der zweite Abschnitt entwickelt sich zu einer Side-out-Schlacht. Beide Teams bringen ihre Annahme durch, keiner kann sich absetzen. 4:4, 11:10 und 19:18 aus unserer Sicht. Erst kurz vor Schluss können wir die entscheidenden Bälle in Block und Abwehr holen und uns wieder mit 2 Zählern Vorsprung zum Satzgewinn jubeln.

Das 2:0 auf der Anzeigetafel gibt noch einmal Selbstvertrauen, jetzt soll der Sieg her. Aber Karlsruhe hat etwas dagegen. Wieder lassen beide Mannschaften kaum Raum für Breaks, niemand kann sich absetzen. Doch kurz vor Schluss können wir uns zwei Matchbälle erspielen. 24:22 aus Volleys-Sicht. Den ersten knallt uns die Baden-Mitte um die Ohren, dann ein Netzfehler. Ausgleich. Auch im nächsten Ballwechsel haben wir das Glück nicht auf unserer Seite. Also Satzball gegen uns. Coach Rascher versucht die Gemüter zu beruhigen, nimmt seine zweite Auszeit. Die zeigt Wirkung und wir fangen uns wieder. Jerome Ptock über Mitte macht das 25:25 fest, ein Kracher. Das hat das ganze Spiel schon funktioniert. Trotzdem geht der SSC wieder in Führung, aber wieder kommt unsere Antwort über Mitte, diesmal ist es Henrik Kamphausen.

Für beide Teams ist der Satzgewinn jetzt zum Greifen nah, doch gelingt es keiner Mannschaft, die entscheidenden zwei Punkte Vorsprung zwischen sich und den Kontrahenten zu bringen. Wieder und wieder wechselt das Momentum, die Spannung ist zum Greifen, bis sich Neu-Kapitän Chris Warsawski ein Herz fasst und seinen Aufschlag mit Schmackes über die Netzkante zwirbelt. In Zeitlupe fliegt der Ball von der Annahme gegen die Hallendecke. 38:36. Spiel, Satz und Sieg. Und eine goldene MVP-Medaille für Warsawski. Da lässt sich die Rückfahrt auch noch gut überstehen.

Fazit: Ein Spiel, das Laune gemacht hat. Uns jedenfalls. Bleibt abzuwarten, wie sich die Saison entwickelt. Mit Blick auf die anderen Ergebnisse des ersten Spieltages steht eines jedenfalls fest: Das wird eine verdammt spannende Saison. Bleibt dran!

Julius Karoos, Libero

Mit Kraft und Köpfchen: Tjerk Dercksen schlägt für die L.E. Volleys auf

Mit Kraft und Köpfchen: Tjerk Dercksen schlägt für die L.E. Volleys auf

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Leipziger Volkszeitung vom 09.09.2020

Der gebürtige Niederländer überzeugt gleichzeitig als Außenangreifer und Neurowissenschaftler. Seine Fähigkeiten kann er gleich am Samstag unter Beweis stellen, wenn die Messestädter in Karlsruhe in die neue Zweitliga-Saison starten.

Magdeburg/Leipzig. Es ist ein kompliziertes Thema, zu dem der Doktorand Tjerk Dercksen für seine Dissertation forscht. Grob gesagt geht es darum, wie das Gehirn von Kindern Vorhersagen trifft. Mit seinen Erkenntnissen könnten später einmal Krankheiten wie Schizophrenie und Lernschwächen wie Dyslexie besser behandelt werden, erläutert Dercksen. Ein Teil davon, der im Mai bereits veröffentlicht wurde, war jedenfalls schon ein großer Erfolg: Die Studie schaffte es in das Fachjournal „NeuroImage“ und wurde von mehreren Medien zitiert.Was der gebürtige Niederländer auf dem Volleyball-Parkett macht, ist dagegen einfacher zu beschreiben. Als Außenangreifer nimmt er Bälle an, blockt und schlägt sie übers Netz. Und auch das macht Dercksen offensichtlich mit Erfolg, denn vor Kurzem verlängerten die L.E. Volleys den Vertrag mit dem 28-Jährigen, der 2017 nach Leipzig gekommen war, um ein weiteres Jahr. „Er hat im Sommer viel an sich gearbeitet, ist im Team gut integriert und wird uns kommende Saison bestimmt eine große Hilfe sein“, erklärt Volleys-Übungsleiter Christoph Rascher.

Leipziger starten in Karlsruhe in die neue Spielzeit

An diesem Sonnabend (19 Uhr) starten die Leipziger in Karlsruhe in die neue Saison der 2. Bundesliga Süd. Vier Mal müssen die Volleys zunächst auswärts ran, ehe am 17. Oktober mit dem Derby gegen Delitzsch endlich das erste Heimspiel folgt. Der GSVE beginnt an diesem Sonnabend (20 Uhr) daheim gegen Hammelburg.

Tjerk Dercksen, der schon mit sieben Jahren in seiner volleyballverrückten Heimatstadt Groningen mit dem Pritschen anfing, nimmt seit gut zwei Jahren einen großen Pendelaufwand auf sich, um seinem Hobby in Leipzig nachzugehen. Seine Forschung betreibt er unter der Woche am Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg. Er wohnt aber weiter in der Messestadt und muss dazu am Wochenende mit den Volleys durch die halbe Republik reisen. Die nächste Spielzeit wird noch kraftraubender, da die Südstaffel der 2. Bundesliga wegen der Coronakrise auf 15 Mannschaften aufgestockt wurde.

Das lässt sich für Dercksen nur bewältigen, indem er in Absprache mit Coach Rascher auch mal das ein oder andere Training auslässt. Wobei das für den 1,91-Meter-Mann, der mit Groningen schon in der ersten niederländischen Liga sowie in der Champions League spielte, auch kein allzu großes Problem darstellt. In der abgelaufenen Saison hatte Dercksen mit einigen Blessuren zu kämpfen, weshalb die lange Vorbereitungszeit bis zum Ligastart am 12. September (beim SSC Karlsruhe) ihm eher gelegen kommt, um bis dahin wieder vollkommen fit zu sein.

Ziel ist der frühzeitige Klassenerhalt

Die nächste Spielzeit soll dann auch keine solche Zitterpartie wie die vergangene werden, in der die Volleys nur die Klasse hielten, weil sie coronabedingt vorzeitig abgebrochen wurde. „Wir haben jetzt viel mehr Erfahrung im Kader“, ist Dercksen zuversichtlich. Zudem werden die Leipziger seiner Meinung nach auch wieder ihre Heimstärke ausspielen – auch wenn noch nicht klar ist, ob und wenn ja, vor wie vielen Zuschauern gespielt werden kann.

Daneben feilt der niederländische Meister und Pokalgewinner von 2016 weiter an seiner wissenschaftlichen Karriere und kann sich auch vorstellen, nach dem Abschluss seiner Dissertation in Leipzig zu bleiben. „Die Stadt ist für mich so attraktiv, dass ich schon 2017 andere Angebote ausgeschlagen habe, um nach Leipzig wechseln zu können“, erklärt Dercksen. Inzwischen hat er auch sein privates Glück hier gefunden, was ein weiterer Grund war, nicht nach Magdeburg zu ziehen und an der Pleiße Wurzeln zu schlagen. Und auch an ein Karriereende denkt der Blondschopf noch lange nicht So könnte es bald in der Brüderhalle heißen: „Punktgewinn durch Dr. Dercksen.“

Gera ist für die U20 Beach-DM gerüstet

Gera ist für die U20 Beach-DM gerüstet

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Positive Nachrichten rund um Corona sind momentan dünn gesät, umso freudiger nimmt man daher die Botschaft aus dem thüringischen Gera zur Kenntnis: Das Hygienekonzept der Organisatoren um Helge Rupprich (beach&soul) hat die örtlichen Behörden überzeugt, die Beach-DM U20 kann am Wochenende stattfinden. Dies ist eine Botschaft, die auch von ein paar jungen Athleten aus Leipzig und Dresden sicher mit großer Erleichterung aufgenommen wurde.

 

Lorenz Deutloff/ Sebastian Rösler und Philipp Huster/ Mika Püschmann (jeweils L.E. Volleys/ VC Dresden) sowie Till Sittner und Karl-Lennart Klehm (beide VC Dresden) haben sich vorgenommen, die deutsche Elite der Juniorenbeacher herauszufordern. Die Chancen auf vordere Plätze stehen zumindest bei den gemischten Doppeln aus Leipzig und Dresden durchaus gut. Lorenz und Basti gehören trotz ihrer Jugend schon zu den ganz Routinierten im Meisterschaftssand, können mit zwei Silbermedaillen sowie dem letztjährigen Meistertitel bei der U19 schon einiges an Erfolgen vorweisen. Und wer im Vorjahr Meister war, wagt es natürlich auch in diesem Jahr den Platz an der Sonne in Angriff zu nehmen. Die beiden Matadoren hatten wenig Gelegenheit, sich über den Sommer einzuspielen, aber ihr Ehrgeiz, ihr umfassendes spielerisches Repertoir und ihre mehrjährige Erfahrung im Spiel miteinander werden ihnen helfen, den 1. Platz in der Setzliste so teuer wie möglich zu verteidigen.

 

Zwei aussichtsreiche Konkurrenten um vordere Plätze kommen gewissermaßen aus dem eigenen Stall Mika und Philipp gehören zu den absoluten Aufsteigern der Saison, sie haben auf der Sachsentour und in Thüringen mit ihren Auftritten ordentlich für Furore gesorgt. Kleines Manko: sie haben fast nie zusammengespielt, finden sich quasi erst hier zum Saisonhöhepunkt zusammen. Philipp startet mit der Empfehlung eines unlängst errungenen 5. Platzes bei der Beach-DM U19 (zusammen mit seinem Leipziger Partner Richard Keetman). Der sprunggewaltige Blockspieler mit den langen Armen ist für seine Gegner extrem schwer zu überwinden, und seine Angriffe schlägt er nicht selten auf Höhe der Antennenspizze ab. Sein nicht minder athletischer Partner hat dank des guten Blocks natürlich beste Chancen, in der Feldverteidigung „aufzuräumen“, und auch Mika besitzt bereits eine bemerkenswerte Durchschlagkraft im Angriff.

 

Eher eine Außenseiterrolle darf man den beiden Dresdner Youngstern Till Sittner und Karl-Lennart Klehm zuordnen. Beide sammelten in diesem Sommer schon Meisterschaftserfahrung bei den Beach-DM U18 bzw. U19. Gegen die zumeist ein bis zwei Jahre älteren Gegner werden sie sicher einen schweren Stand haben. Aber vielleicht entpuppt sich ja jugendliche Unbekümmertheit als ihr größter Trumpf.

 

Gespielt wird Freitag bis Sonntag auf der Beachanlage des Geraer VC. Auf der Homepage des DVV könnt ihr die Spiele zeitnah verfolgen.

 

Link:https://beach.volleyball-verband.de/public/tur-zu.php?id=9681

Thomas Bauch

„EIN VEREIN – EIN OUTFIT!“ | Vereinskollektion ist ONLINE

„EIN VEREIN – EIN OUTFIT!“ | Vereinskollektion der L.E. Volleys ist ONLINE

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Liebe L.E. Volleys - Familie, kennt ihr schon unsere neue Vereinskollektion?

Wir wollen uns künftig in einheitlicher Optik präsentieren. Deshalb gilt ab sofort:

„EIN VEREIN – EIN OUTFIT!“

Die einheitliche Bekleidung wird das Gemeinschaftsgefühl und einen engen Zusammenhalt im Verein stärken. Gleichzeitig sorgt sie für eine positive und professionelle Wahrnehmung von außen.

Deshalb kann nun jeder selbst bei unserem Partner indoortrends.de seine gewünschte Garderobe auswählen und sich nach Hause bestellen oder im neuen Ladengeschäft, in der Jacobstr. 1 abholen - einfach, schnell und zu sehr guten Konditionen.*

Lasst uns das Wir-Gefühl erleben!

Euer Vorstand

*Teambestellungen laufen wie gewohnt über die Geschäftsstelle

Viel Spaß beim stöbern -> Indoortrends

Foto: Chris Warsawski

Leistungscheck und neue Kleidung

Leistungscheck und neue Kleidung

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Bevor sich unsere erste Männermannschaft ab August wieder voll ins Training stürzt, (inklusive Tartanbahn – Die Freude ist schon riesig) treffen sich die Jungs um Trainer Rascher einmal die Woche in der Brüderhalle, um Grundübungen am Ball zu absolvieren.

Gestern wurde durch unseren Partner indoortrends.de die neue Kollektion vorgestellt und die Größen der Spieler ermittelt. Auch das ambulante Reha Centrum Leipzig war mit unserer Physiotherapeutin Jasmin Döring in der Halle und  führte neben dem ‚Functional Movement Screen‘ auch weitere Tests durch. Vielen Dank an beide Partner für die Unterstützung! Bis zum Start am 12. September stehen noch weitere Tests und Trainings an, bei denen wir euch natürlich auf dem Laufenden halten.

Weitere Fotos seht ihr auf unserer Facebook oder Instagram Seite.

#levolleys #volleyballfürleipzig #levolleysfamily

Neue Abenteuer entdecken

Neue Abenteuer entdecken

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Die neue Saison wirft ihre immer größer werdenden Schatten voraus. Im Hintergrund arbeiten die Verantwortlichen schon seit Monaten daran, diese finanziell seriös, aber auch sportlich ambitioniert vorzubereiten. Dabei war von Vorteil, dass sich die neubesetzte Chefetage der L.E. Volleys und Bundesligatrainer Christoph Rascher nicht nur recht früh auf eine Fortsetzung ihrer Zusammenarbeit verständigt, sondern auch gemeinsam am Kader für die kommende Spielzeit gebastelt haben. Der Unterschriften unter die Spielerverträge konnten sich die Macher dadurch bereits Ende Juni sicher sein, sodass nun einer ordentlichen Saisonvorbereitung – immer vorausgesetzt, dass es die coronabedingten Verordnungen und Verfügungen zulassen - nichts mehr im Wege stehen sollte. „Auf zu neuen Ufern“ heißt es aber nicht nur für den aktuellen Zweitligakader der Volleys. Einige Spieler, die noch in der vergangenen Saison das Trikot der Leipziger trugen, werden die Fans im September auf dem Spielfeld vermissen.

Seit längerem ist bereits bekannt, dass Max Riemenschneider (Umzug nach Dresden) und Philipp Görner (Bundesliga-Karriereende) die Mannschaft verließen. Mittlerweile haben weitere Spieler sportliche, berufliche oder persönliche Weichen gestellt. Petros Kalas und Julien Werndl wollen sich gern neuen volleyballerischen Herausforderungen stellen. Felix Baum zieht es aus Studiengründen in die Ferne, während Louis Brehme um eine sportliche Auszeit gebeten hat, damit er sich hundertprozentig auf sein zeitintensives duales Studium konzentrieren kann.

Kleine Abschiede lösen bisweilen Wehmut aus, aber sie stecken auch voller Aufbruch: als Übergang in neue Lebensphasen, als Weiterentwicklung oder Reifeprozess – jedes Mal ein bisschen wie ein Neustart unter veränderten Bedingungen und voller Überraschungen. Der Verein bedankt sich bei Max, Felix, Philipp, Petros, Julien und Louis ganz herzlich für ihr großes Engagement, die gezeigten Leistungen, ihre Energie und Inspiration, den sportlichen Zusammenhalt - auch in den schwierigen Phasen.
Ihr seid in den vergangenen Jahren nicht nur als Sportler, sondern auch als Persönlichkeiten gewachsen. Ihr hattet mit eurer Power einen maßgeblichen Anteil daran, dass in den letzten Spielzeiten die L.E. Volleys und unser Sport nicht nur eine regionale Beachtung erfuhren. Wir danken euch für euer sympathisches Auftreten, das euch im besten Sinn des Wortes zu „Botschaftern“ unseres Vereins gemacht hat. Ihr habt einen festen Platz in unserer großen Leipziger Volleyballfamilie gefunden und werdet jederzeit in offene Arme zurückkehren können. Bis dahin wünschen euch die L.E. Volleys von Herzen viel Glück und Erfolg für eure sportliche und private Zukunft. (JZ)

#levolleysfamily #levolleys #volleyballfürleipzig #sogehtsächsisch

Leipziger verpflichten kernigen Powerhitter

Leipziger verpflichten kernigen Powerhitter

Neuzugang Chris Warsawski

Mit Chris Warsawski haben die Leipziger für die kommende Saison nicht nur einen sportlichen Hochkaräter verpflichtet, sondern auch einen Mann der klaren Worte, der keine Furcht davor hat, Probleme deutlich anzusprechen. Schon länger hat er die Entwicklung der L.E. Volleys interessiert verfolgt, findet die in den letzten Jahren geschaffene vereinseigene Infrastruktur beachtlich und blickt voller Respekt auf das, was in der jüngsten Vergangenheit unter Federführung von Uwe Tauchnitz im Bereich der Social Media entwickelt worden ist. Dass der Verein auch in der Bundesliga auf eigene Nachwuchskräfte setzt, imponiert ihm. Sicher könne keiner mit hundertprozentiger Gewissheit sagen, ob dieses Konzept auch in der abgebrochenen Saison gegriffen hätte. Dass die Leipziger aber 2019 nach ihrem Zwangsaufenthalt in der Dritten Liga „mit den jungen Leuten den sofortigen Wiederaufstieg in die Bundesliga geschafft haben, zeigt, dass der eingeschlagene Weg perspektivisch der richtige ist“, meint der angehende Wirtschaftsingenieur. Nicht immer wäre es den Leipzigern in der Vergangenheit gelungen, ihr teilweise gutes Spielniveau über ein gesamtes Match zu halten. Um diese „Achterbahnfahrten“ künftig zu vermeiden, ist der gebürtige Merseburger bereit, sein gesamtes Können und seine große Erfahrung ins neue Team zu investieren. Dabei kann der extrovertierte 28-Jährige auf zwei Meistertitel (2017-2019) in der 2. Bundesliga Nord verweisen und darauf, dass er vor dem coronabedingten Abbruch der letzten Saison mit dem CV Mitteldeutschland drauf und dran war, den Titel-Hattrick zu schaffen. Chris Warsawski, der in der Grundschule zunächst Fußball gespielt hatte, bevor er über eine Schul-AG zu seinem jetzigen Sport fand, feierte als Jugendlicher erste Erfolge in Bad Dürrenberg und Merseburg, schnupperte in Delitzsch erstmals Bundesligaluft und entwickelte sich dann in Bitterfeld und Spergau zu einem der besten Diagonalspieler der 2. Bundesliga Nord. Vor allem sein Ehrgeiz und sein Perfektionismus halfen dem 1,96 m – Mann zu einem Spieler zu reifen, den jeder Trainer lieber in seiner Mannschaft spielen sieht, als das eigene Team auf ihn als Gegenspieler einstellen zu müssen. Seine große Variabilität als Angreifer, die hohe Qualität im Block, aber auch seine taktische Cleverness machen ihn so gefährlich. Angesprochen darauf, was den Führungsspieler außerdem noch zur Unterschrift unter den Leipziger Vertrag bewogen habe, meint er, dass er auf die Südliga gespannt sei, die er bislang nur vom Hörensagen kenne, sich auf die „geile Stimmung in der vollen Brüderhalle“ freue, die er ab sofort vom Spielfeld aus anheizen möchte, und nun endlich gemeinsam mit seinem besten Freund (Falk Köthen, d.A.) auf Punktejagd gehen dürfe. Wenn es stimmt, dass sich der Diagonalangreifer für besondere Spiele schon mal seinen Schnurrbart färbt, dann wird das mit Sicherheit nicht der einzige Farbtupfer bleiben, den der prominente Neuzugang künftig in Leipzig setzen wird. (JZ)

VBL gibt staffeleinteilung bekannt

VBL gibt Staffeleinteilung bekannt

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Gestern gab die Volleyball Bundesliga die Staffeleinteilung für die kommende Saison bekannt. Ihr dürft euch neben den zwei Ost-Derbys gegen den GSVE Delitzsch e.V. und dem VC Gotha- mit dem TV Bliesen Volleyball und dem TSV Mühldorf Volleyball auf zwei neue Mannschaften freuen. Wir freuen uns mit euch Fans auf tolle 14 Heimspiele!!!

Chef-Trainer Christoph Rascher sagte: „Es wird wieder eine herausfordernde Saison, auf die wir uns freuen können. Neben alten Bekannten und neuen Aufsteigern, bin ich gespannt, wie sich die Teams für die kommende Saison aufgestellt haben.“

Die Mitteilung der VBL:

VBL gibt Staffeleinteilungen für 2. Liga bekannt

Der Vorstand der Volleyball Bundesliga (VBL) hat die Staffeleinteilungen für die Zweitliga-Saison 2020/21 verabschiedet. Insgesamt werden in den vier Staffeln 55 Mannschaften den Spielbetrieb aufnehmen. Das sind drei Teams mehr als in der vorangegangenen Saison.

„Mit der Staffeleinteilung ist der nächste Schritt auf dem Weg zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Herbst gegangen. Nun können wir alle gemeinsam daran arbeiten, die Rahmenbedingungen für einen geregelten Saisonstart zu schaffen“, sagt VBL-Geschäftsführer Klaus-Peter Jung. Durch den Vorstandsbeschluss vom 18. März 2020 gab es in der Saison 2019/20 keine sportlichen Absteiger aus der 2. Bundesliga, Drittligisten erhielten aber die Möglichkeit, Lizenzanträge für die 2. Liga zu stellen.

2. Bundesliga Süd für die Saison 2020/21:

(14 Teams + 1 Sonderspielrecht):

SV Schwaig, TGM Mainz-Gonsenheim, FT 1844 Freiburg, TV/DJK Hammelburg, TSV Grafing, TSV Unterhaching, BADEN VOLLEYS SSC Karlsruhe, TSV Mimmenhausen, VC Gotha, TuS Kriftel, GSVE Delitzsch, L.E. Volleys, TV Bliesen (Aufsteiger aus der Dritten Liga Süd), TV Mühldorf (Aufsteiger aus der Dritten Liga Ost), VYS Friedrichshafen (Sonderspielrecht)

#levolleysfamily #levolleys #volleyballfürleipzig

Max wird seinen Weg gehen

Max wird seinen Weg gehen

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Sein neuer Lebensmittelpunkt wird Dresden sein. Dort wartet auf Max Riemenschneider bereits eine sehr schön gelegene 2-Zimmer-Wohnung, in der er sich gemeinsam mit seiner Freundin einrichten wird. Dort in der Landeshauptstadt möchte er auch seine ersten beruflichen Schritte als Physiotherapeut machen. Voraussetzung dafür ist, dass er seine Abschlussprüfungen – die letzte wird Ende Juli sein – erfolgreich meistert. Wer Max kennt, der weiß, dass er das hinbekommen wird.

Was dort in Dresden nicht unbedingt auf seiner To-do-Liste steht, ist Volleyball spielen. Davon will er nach 10 Jahren Intensivbeschäftigung erst einmal Abstand gewinnen. Auch, weil ihm gerade in den letzten Jahren zunehmend der Spaß daran und ein wenig die Motivation dafür verloren gegangen sind. Die Gründe sucht der intelligente junge Mann aber nicht nur bei anderen. Sicherlich war es für ihn nicht einfach, wenn er immer wieder viel Kraft darauf verwandte, die Pläne unterschiedlicher Trainer umzusetzen, die ihn in dem einen Jahr als Außenangreifer, dann wieder als Mittelblocker oder später auch als Diagonalangreifer auszubilden suchten. In den Punktspielen jedoch vor allem den „Spezialisten“ ihr Vertrauen schenkten. Rückblickend sagt Max aber selbstkritisch, dass er vielleicht mehr hätte erreichen können, wenn er im Training noch intensiver gearbeitet und damit möglicherweise auch stärker auf sich aufmerksam gemacht hätte.

Aber er hat den Sport mehr als körperlichen Ausgleich gesehen, eher als Hobby. Und das korrespondierte dann eben nicht immer mit der Meinung der Trainer. Anfangs ist ihm das Umsetzen dessen, was andere von ihm gefordert haben, nicht schwergefallen. Er kam schon in der Sachsenliga zum Einsatz, als andere, mit denen er das Volleyballern erlernt hatte, noch unterklassig spielten. Damals erhielt er sogar die Einladung zu einem Sichtungstermin für die Jugendnationalmannschaft. Warum das alles dann eine andere Entwicklung nahm, weiß Max nicht genau zu sagen. An einen wirklichen Knackpunkt kann er sich nicht erinnern. „Vielleicht war es bei mir einfach so, dass mit den größer werdenden Erwartungen der jugendliche Leichtsinn, die Unbeschwertheit verlorengegangen ist, mit der man sich auch im Sport bestimmten Aufgaben stellen sollte.“ Möglicherweise trug dazu auch bei, dass Max schon mit 15 Jahren das Elternhaus verließ, viele Dinge neben dem Sport selbst organisierte, es sich quasi nicht leisten konnte, zu 100 % Volleyballer zu sein und alles dem Sport unterzuordnen.

Max hat es immer genossen, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Hier wäre er zwar nicht für seine Geselligkeit bekannt gewesen, sagt er, aber als „stiller Beobachter“ habe er sich eine sehr gute Menschenkenntnis angeeignet. Seine Freunde im Training zu treffen, darauf hat er sich gefreut. Ab und an philosophierten sie danach auch, ob es sich Bundesligisten, bei denen es immer wieder nur um den Klassenverbleib geht, überhaupt leisten könnten, auf den Nachwuchs zu setzen, zu experimentieren, statt auf die Erfahrung gestandener Spieler zu vertrauen. Am Ende, meint Max, braucht es beide Gruppen. Er habe immer dann von den „älteren“ profitiert, wenn diese ihre soziale Kompetenz teambildend eingesetzt hätten. Auf der anderen Seite aber bräuchten junge Spieler viele Einsatzzeiten. Davon hätte auch er sich in den letzten Spielzeiten mehr gewünscht. Die gesamte Situation ist sicherlich für jeden Trainer eine herausfordernde. Aber auch eine, die er kommunizierend, fachlich kompetent, pädagogisch geschult, vor allem aber – und davon ist Max fest überzeugt - mit großer Empathie meistern kann, und das unabhängig davon, ob er seine Arbeit im Nachwuchs-, im Breiten- oder Leistungssport verrichtet.

Mit Max Riemenschneider verlässt ein junger Mann die Leipziger Volleyballfamilie, dessen Begegnungen mit ihm oft bereichernd waren, der eine Kultur der Demut im Sinne des Sich-Zurücknehmens lebte, für sein Alter ungewöhnlich weitsichtig agierte und dem für seinen weiteren Lebensweg nur alles Gute zu wünschen ist. Danke, Max! (JZ)

Abschied nur von der großen Bühne

Abschied nur von der großen Bühne

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Einer der Eifrigsten, der Zuverlässigsten und Charakterstärksten unter den L.E.-Volleyballern muss künftig kleinere Brötchen backen. Sein Körper hat ihm deutlich signalisiert, dass ab sofort längere Regenerationsphasen nötig sein werden, wenn er auch künftig den Spagat zwischen Beruf, Sport und Familie schaffen will.
Der Abschied aus dem Bundesligateam fällt Philipp Görner schwer, das merkt man ihm an. Noch immer voller Leidenschaft – so, wie man ihn aus Training und Wettkampf kennt – erzählt er über die ereignisreichen acht Jahre, in denen er bislang für den Verein seine Volleyballschuhe geschnürt hat. Als Chemnitzer, wo er nach seiner Zeit als Fußballer ab 2006 das Volleyball-ABC erlernt hatte, kreuzte er in den Folgejahren so manche Klinge mit den Leipzigern. Als er 2012 arbeitsbedingt in die Messestadt zog, war klar, dass er als erstes bei den L.E. Volleys anfragen würde. Spielertypen wie Marvin Freese oder Rudi Klug, in Chemnitzer Zeiten so etwas wie sportliche Vorbilder, wurden nun in der 2. Mannschaft seine Mitspieler.
Seinen späteren Bundesligatrainer Christoph „Raschi“ Rascher lernte er Anfang 2015 kennen, als dieser die abstiegsbedrohte Regionalligamannschaft übernahm und zum Klassenerhalt führte. Damit begann eine besondere Spieler-Trainer-Beziehung, die bis zuletzt von gegenseitigem Vertrauen („Ich fresse Raschi aus der Hand“), einer großen Ehrlichkeit und hoher Wertschätzung füreinander geprägt war. Als der Trainer später erneut als Feuerwehrmann - dann allerdings in der ersten Mannschaft - gefragt war, warf er seinen Mittelblocker im entscheidenden Spiel um den Klassenerhalt ins kalte Bundesliga-Wasser und wusste oder hoffte zumindest, dass er sich auch in diesem Haifischbecken erfolgreich in Szene setzen würde. Das Ergebnis ist allseits bekannt.
Dieser 22. April 2017 steht heute fett gedruckt und dick unterstrichen im Buch der mittlerweile 11-jährigen Vereinsgeschichte. Leipzig brauchte einen 3-Punkte-Sieg gegen Freiburg, während Mitkonkurrent Dresden in Fellbach klar verlieren musste. Philipps Eltern waren an diesem Tag erstmals mit in der Halle, saßen neben ihrer hochschwangeren Schwiegertochter. Diese wiederum zeigte ihrem auf dem Spielfeld rackernden Gatten immer wieder die Spielstände aus Fellbach an. Nach fast 2 Stunden Kampf war Freiburg besiegt und Leipzig gerettet. Der sehr persönliche, hochemotionale Dank des Trainers nach dem Spiel blieb Philipp bis heute in Erinnerung, und das, obwohl er nur Stunden später – noch in der Nacht zum Sonntag – mit seinen eigenen Gefühlen kaum wusste wohin, hatte doch die kleine Familie mit Söhnchen Bruno Zuwachs erhalten.
Philipp blieb von nun an eine Konstante im Spiel der Bundesligatruppe und einer, der sich immer erst dann zufrieden zeigte, wenn alle alles gegeben hatten. Das hat ihn motiviert, im Training und in den Wettkämpfen. Von denen sieht er im Rückblick das Relegations-Heimspiel vor 900 Zuschauern gegen Waldgirmes und das heimische Derby im Drittligajahr gegen Delitzsch vor 800 Fans als sportliche und emotionale Höhepunkte. „Das Leipziger Publikum“, sagt er, „das war immer ein ganz besonderes.“ Und er weiß schon jetzt, dass er vermissen wird, dessen Zuneigung auf dem Spielfeld zu spüren. Künftig wird er gemeinsam mit Söhnchen Bruno Teil dieser phantastischen Fangemeinde sein.
Philipp würde gern im Verein eine neue Mannschaft finden, die auf seinen Erfahrungsschatz setzen möchte und der er auch mit weniger Training und damit längeren Erholungsphasen noch helfen kann. Damit ist das vereinsinterne Rennen um den verdienten Leistungsträger eröffnet, der noch immer frei nach Jürgen Klopp „die Lust aufs Gewinnen“ in sich spürt und dafür bereit ist, das eine oder andere Mal mehr zu geben, als eigentlich möglich scheint. Ein wahrer Sportsmann, eine Ausnahmeerscheinung. Danke für alles, Philipp! (JZ)